Berechtigungskonzepte

Immer wieder bekomme ich mit, dass Berechtigungen – also wer Zugang zu was hat – nach dem Schema NUR DAS NÖTIGSTE vergeben werden.

Überträgt man das auf das reale Leben wäre das in etwa so, als ob jemand, der im dritten Stock einer Firma im Zimmer 2 arbeitet nur Zugang für dieses Zimmer hätte.
Er könnte also in den Eingang, die Treppe in den dritten Stock nehmen und dort genau dieses Zimmer betreten. Alle anderen Türen wären verschlossen und mit seinem Schlüssel nicht zu öffnen. Wenn er Glück hat, bekommt er noch den Zugang für die Toilette hinzu. Natürlich nur auf diesem Stockwerk – die anderen kann er sowieso nicht betreten.
Das ist die Grundeinstellung für diesen Mitarbeiter. Sie passt genau auf seine Stelle und er kann seine Arbeit damit erledigen.

Doch was, wenn er jetzt etwas anderes tun muss?

Das fängt schon bei der Vertretung eines anderen Mitarbeiters an, geht aber noch viel weiter, wenn er nicht mehr alleine arbeiten kann. Erfordert seine Arbeit also Zusammenarbeit mit anderen, die jetzt nicht gerade zufällig in seinem Zimmer sitzen, dann wird es kompliziert.

Dann kommen solche Überlegungen:
Herr Müller bekommt den Zugang für Zimmer 4 und 8 für den Zeitraum von 2 Wochen bis Frau Becker wieder zurück ist.
Herr Maier benötigt den Zugang für Zimmer 3 im 2. Stock für seine Arbeit am Projekt X. Wie lange das geht weiss er aber nicht.
Frau Becker hat zwar Zugang zum richtigen Zimmer, kommt aber nicht hin, weil sie keinen Zugang zum Stockwerk hat.
Gibt es einen extra Raum in dem Projekt X stattfinden soll? Dann ist das zumindest schon einmal einfacher. Alle Beteiligten bekommen den Zugang dafür. Aber wehe, irgendjemand macht noch was in seinem eigenen Raum zu diesem Projekt. Dafür haben die anderen nämlich keinen Zugang.

Die Verwaltung wird enorm.

Wo bleibt die Transparenz?

Ein weiterer Aspekt, der leicht übersehen wird ist, niemand bekommt mit, was überhaupt so in den Räumen passiert. Das meine ich jetzt nicht im Sinne der Kontrolle. Denn der Hausmeister (Administrator) und der Sicherheitsdienst haben sowieso Zugang zu allen Räumen.
Aber Ideen, Wissen und Projekte bleiben hinter verschlossenen Türen!
Diese dann in das gesamte Unternehmen zu bringen erfordert sehr viel Aufwand.
Da kommt mir wieder der bekannte Spruch „Wenn Siemens wüsste was Siemens weiß“ in den Sinn.

Natürlich darf man Sicherheitsaspekte wie Datenschutz und Gefahrenpotiential nicht ignorieren.
Nicht jeder sollte die Personalakten sehen oder irgend eine Software ausführen können, die unwiderruflich Datenbestände löscht.

Aber bitte erklärt mir mal wo das Problem liegt, wenn ein Einkäufer sehen kann welche Marketingaktion geplant wird oder wie der Fertigungsprozess des Verkaufsschlagers abläuft?
Vielleicht kann er gerade dazu etwas beitragen weil er mit einer anderen Brille draufschaut.

Also warum nicht alles öffnen und nur die Schubladen abschließen, die nur bestimmte Personen sehen dürfen?

Habt mal ein wenig Vertrauen in eure Mitarbeiter. Und wenn ihr ihnen nicht vertraut, warum stellt ihr sie dann ein?

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