Die Frustration und der Flow

Letztens hatte ich ein Gespräch in dem es darum ging, warum ich mich eigentlich mit solchen Themen beschäftige. Einen Grund möchte ich hier mal erläutern.

Ich bin Raucher. Das ist ungesund und das weiß ich. Es hat aber einen Vorteil für den ich noch keine  richtige Alternative gefunden habe. Zumindest bei den meisten Firmen in denen ich tätig war.

Denn beim Rauchen kann man wunderbar informelles Wissen austauschen. Hier erfährt man, was im Servicecenter grad so los ist, worüber sich der Vertriebler gerade den Kopf zerbricht oder auch warum die Arbeit gerade wieder so gar nicht läuft.

Das ist der Punkt an dem ich thematisch einsteige. Warum läuft die Arbeit nicht? Was bremst hier? Was macht den Mitarbeiter so unzufrieden?

Und genau darum geht es!

 

Die Frustration

Zufriedene Mitarbeiter sind der Schlüssel. Damit erzähle ich überhaupt nichts neues. Eigentlich weiss das auch jeder. Nur ist meine Herangehensweise eine andere als üblich.

Normalerweise wird hier das Arbeitsumfeld verbessert. Die Büros werden verschönert, Mitarbeiterfeste und Teamevents veranstaltet. Es gibt Mitarbeitergespräche, Schulungen und Bonuszahlungen. Vielleicht auch einen Tischkicker oder den Fitnessraum. Das geht hin bis zu flexiblen Arbeitszeiten. Das alles ist nicht unbedingt falsch.

Was hier aber nicht betrachtet wird ist die Arbeit an sich.

Wenn ich genervt bin von meiner Arbeit weil der blöde Einkauf mal wieder das falsche Teil bestellt hat oder ich überhaupt nicht informiert wurde was im Projekt XYZ, dass mich ja voll betrifft, beschlossen wurde, dann bringt es mir reichlich wenig wenn ich mich kurzfristig am Tischkicker abreagieren kann.

Frustration in der Arbeit ist normal. Und genau das macht mich wahnsinnig. Das will ich nicht hinnehmen.

Jedes mal wenn ich also beim Rauchen stehe und mir das anhöre, denke ich, warum tun wir nichts dagegen? Und wo genau liegt hier das Problem?

 

Der Flow

Jeder kennt sicher das Gefühl „Jetzt läuft’s aber grad“. Dieser Flow (das wurde tatsächlich von einem US-Wissenschaftler untersucht und so genannt) erzeugt ein Hochgefühl und man begeistert sich regelrecht für seine Arbeit. Und genau das ist es, was es so wertvoll macht.

Genaugenommen handelt es sich beim Flow um die Phase, die man bei Programmieren als „im Tunnel sein“ bezeichnet oder die man bei Kindern oft sieht wenn sie ein Bild malen. Volle Konzentration auf die Tätigkeit, die Welt drumherum verschwimmt.
Dieser Flow kann sich auch auf Gruppen ausweiten wenn diese zusammenarbeiten. Das Gefühl, sich mit seiner Arbeit zu identifizieren steigt enorm.

So kann eine Bindung zum Unternehmen und der Tätigkeit entstehen, wie man sie nur von seinem Hobby kennt. Man kann sich leicht vorstellen, das so viel leichter kreative Lösungen gefunden werden können als wenn man nur Dienst nach Vorschrift macht.

Wenn man in dem was man tut aufgeht, und das ist häufig dann der Fall, wenn man ein Problem gelöst, eine Herausforderung gemeistert hat, dann stellt sich Zufriedenheit ein. Und wer hat nicht gerne zufriedene Mitarbeiter?

 

Warum haben wir dann keinen Flow?

Das Problem bei diesem Flow ist, dass er in den meisten Unternehmen nicht möglich ist. Die Ausbremsung durch schlechten Informationsfluss, starre Regeln und hierarchische Strukturen ist hoch und erzeugt beim Mitarbeiter Leid.

So kann ich entweder für den Kunden das richtige tun oder nach den Regeln vorgehen was dem individuellen Kundenwunsch nicht entgegenkommt.

Oder ich weiß einfach nicht warum bestimmte Vorgänge so durchgeführt werden und/oder so lange Zeit dauern weil ich keinen Einblick habe.

Über- und Unterforderung sind genauso kontraproduktiv wie das Gefühl, nichts sinnvolles zu tun.

Einen Satz, den man so oder ähnlich häufig bei Vorgesetzten und Unternehmern hört ist „Meine Mitarbeiter übernehmen keine Verantwortung und zeigen keine Eigeninitiative also muss ich ihnen ja sagen was sie tun sollen“. Das zeigt auch, dass hier ein falsches Menschenbild herrscht. Hier geht man davon aus, dass man selbst anders tickt als alle anderen.

Ich unterstelle mal den meisten Mitarbeitern, dass sie arbeiten wollen würden wenn man sie denn nur lassen würde.

Welches Potential in ungebremsten und zufriedenen Mitarbeitern steckt kann man direkt am Erfolg des Unternehmens messen.

Das kann man an Start-Ups genauso gut sehen wie an Firmen wie Google, Facebook oder dm, die ja bestimmt keine kleinen Start-Ups mehr sind. Trotzdem herrscht hier eine andere Kultur.

 

Wie kann ich diese Frustration vermeiden und für Flow sorgen?

Kurz und knapp?

  • Sorge für besseren Informationsfluss und Transparenz
  • Sorge für mehr Selbstorganisation und Handlungsbefugnis
  • Entschlacke deine Prozesse und Bürokratisierung
  • Sorge für eine Unternehmensstruktur, die deinem Markt angepasst ist

 

Wie man das schaffen kann, darüber berichte ich in den nächsten Beiträgen unter Arbeit & Organisation

 

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